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Content Marketing für KMU: Was mit kleinem Budget möglich ist

Manfred Petautschnig, Geschäftsführer der Fitcenter Hallein GmbH & Co KG nutzt Content Marketing seit vielen Jahren mit Erfolg.

Ob Handwerker, Gastronom, Bauingenieur, Fotograf oder Fitnessstudio – auch in kleineren Betrieben lassen sich mit interessanten Inhalten Kunden gewinnen und Image und Bekanntheit des Unternehmens steigern.

Wenn von erfolgreichem Content Marketing die Rede ist, werden oft Beispiele von Großunternehmen wie Red Bull, Coca-Cola oder VW genannt. Viele kleine und mittlere Unternehmen (kurz „KMU“) fühlen sich davon eingeschüchtert, da sie nicht über Marketingbudgets und -experten verfügen wie die großen. Aber gerade für KMU ist Content Marketing ideal. Es eröffnet im Gegensatz zu vielen anderen (Online-)Marketing-Maßnahmen Firmen mit kleinen Budgets ein großes Handlungsspektrum. Ein erfolgreiches Beispiel ist das Fitcenter Hallein in Salzburg.

„Schon vor 20 Jahren haben wir unbewusst mit Content Marketing angefangen“, erzählt Geschäftsführer Manfred Petautschnig. Im Februar 1998 erschien die erste Ausgabe der Mitgliederzeitung Fit-Info. Darin wurden Kunden über Neuigkeiten und richtiges Training informiert. Mittlerweile erscheint die Fit-Info viermal jährlich in einer Auflage von 30.000 Stück und wird an jeden Haushalt im Salzburger Tennengau gesandt. In dem Magazin präsentiert das Fitcenter Hallein sein Fachwissen und gibt Tipps zu Bewegung, Gesundheit und Ernährung. „Unter anderem nutzen wir die Fit-Info auch zur Neukundengewinnung. So überzeugen wir auch Nichtkunden von unserer Kompetenz“, sagt Petautschnig.

Marktführer in der Region

Das Fitcenter Hallein ist ein Premium-Fitnessstudio mit 2500 Mitgliedern und Marktführer in der Region. Neben dem Fitcenter Hallein betreibt Manfred Petautschnig noch fünf purfit-Studios, die zum Teil von Franchise-Nehmern geführt werden. In den purfit-Studios trainieren insgesamt 5000 Mitglieder. Für die Franchise-Kette purfit wird der digitale Weg bevorzugt und hier vor allem Facebook. Die Zielgruppe in den purfit-Studios ist jünger und so bietet sich dieses Medium ideal an, um Inhalte zu verbreiten. Die Zahl der Follower lässt sich insgesamt sehen: 4750 folgen dem Fitcenter Hallein auf Facebook und bei den purfit-Studios sind es insgesamt knapp 9000. „Besonders gefällt mir die intensive Interaktion der Mitglieder untereinander. So kann es schon sein, dass es zu einem Posting beispielsweise 185 Likes und 15 Kommentare gibt“, sagt Petautschnig. Für die Content Promotion nutzt das Fitcenter Hallein Sponsered Posts. „So erhöhen wir die Reichweite von verkaufsstarken Themen.“

Nützliche Inhalte

In seiner Content-Strategie legt das Unternehmen Wert auf nützliche Inhalte. Neben der gedruckten Fit-Info werden auf dem Blog des Fitcenters Hallein regelmäßig Beiträge veröffentlicht, die spezifische Probleme behandeln wie „Das richtige Abnehmen“ oder „Krafttraining für die Psyche“. „Welche Inhalte die Leute interessieren, erfahren wir zum einen durch den täglichen Kundenkontakt in den Studios und zum anderen durch die Rückmeldungen auf die einzelnen Postings“, erklärt Petautschnig. Auch das richtige Timing ist wichtig. Das Fitcenter Hallein weiß, wann bestimmte Themen am besten funktionieren. So gibt es im Frühjahr einen Themenschwerpunkt zu „Abnehmen und Ernährung“ und im Herbst zu „Gesundheit und Bewegung“. Diese Erfahrung kommt auch den Franchisenehmern zugute.

Durch Kompetenz überzeugen

Für den Content-Marketing-Experten Clemens Jager ist Content Marketing geradezu ideal für KMU. „Bei der Erstellung und Verbreitung von Inhalten können kleine und mittlere Unternehmen ihr Fachwissen und ihren regionalen Vorteil nutzen und so die Menschen von ihrer Kompetenz überzeugen“, sagt der Inhaber von JAGER PR aus Salzburg.

Egal ob Tischler, Zahnarzt, Friseur oder Blumenladen: Jeder verfügt über ein individuelles Fachwissen. Man muss kein Extrembergsteiger oder Filmstar sein, um spannende Storys zu veröffentlichen. Auch der normale Berufsalltag hat seinen Reiz und fasziniert andere Menschen: Was für einen Tischler tägliche Routine ist, kann für andere eine aufregende und informative Lektüre abgeben. Ein Maler könnte etwa in einem kurzen Erklärvideo verraten, wie man eine langweilige Raufasertapete streifenfrei streicht. „Unterrichten Sie Ihren Kunden. Helfen Sie ihm, besser zu werden. Bringen Sie ihm Dinge bei, die mit Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung in Zusammenhang stehen, und Sie werden immer in guter Erinnerung bleiben“, empfiehlt Jager.

Planung ist die halbe Miete

Content Marketing kann nicht „nebenbei“ miterledigt werden, sondern muss in der Unternehmensorganisation fest verankert sein. Beim Fitcenter Hallein kommt ein Großteil der Inhalte aus dem Unternehmen. An einem fixen Wochentag werden die Inhalte für die Kanäle der Studios produziert. Viele Dinge macht das Fitcenter Hallein selbst, es greift aber auch auf die Unterstützung der Agentur JAGER PR aus Salzburg zurück. Manche Maßnahmen werden inhouse erledigt, jene Dinge, für die das Know-how oder die Kapazitäten fehlen, werden ausgelagert. „Besonders wenn wir mit einem neuen Kanal starten, setzen wir uns mit unserer Agentur zusammen und erarbeiten gemeinsam die Content-Strategie.“

Fazit

Für Manfred Petautschnig ist Content Marketing nicht Selbstzweck, sondern ein wichtiger Bereich, um den Verkauf zu fördern und die Mitgliederzahl zu steigern. Wichtig ist auch die konsequente Umsetzung – nur so ist man erfolgreich. „Kurzfristig eine Facebook-Seite zu betreuen oder eine Firmen- bzw. Kundenzeitung zu erstellen ist unnütz. Das immer wiederkehrende Medium mit interessanten Informationen und qualitativ hochwertigen Texten bringt den Erfolg“, ist Petautschnig überzeugt.

Seine Empfehlung: Der Einsatz von Content Marketing lohnt sich, aber man muss strategisch handeln und gut organisiert sein. „Ich empfehle auch die Unterstützung durch eine Content-Marketing-Agentur – gerade beim Aufbau des Content Marketings und bei der Festlegung der Content-Strategie. Denn sonst verzettelt man sich.“

Weitere Beispiele für den Einsatz von Content Marketing in KMU

  • Ein Weinhändler erklärt in kurzen YouTube-Videos, wie man Wein richtig verkostet, und erreicht so ein dickes Umsatzplus.
  • Ein Blumenladen postet Bilder von seinen frisch gebundenen Blumensträußen auf Instagram und fördert so den täglichen Verkauf.
  • Eine Bäckerei veröffentlicht kostenlos Backrezepte und erhöht dadurch den Umsatz im Geschäft.
  • Ein Fahrradhändler gibt Tipps für Mountainbike-Touren in der Umgebung oder die Pflege des Bikes.